Circular Flow

Zur Ökonomie der Ungleichheit

Gegenwart / 07.12.2019–03.05.2020 / Kurator: Søren Grammel

Mit Werken von:

Ursula Biemann

Wang Bing

Bureau d'Études

Alice Creischer

Simon Denny

Ulrike Grossarth

Jan Peter Hammer

Fred Lonidier

Richard Mosse

Marion von Osten

Lisa Rave

Claus Richter

Cameron Rowland

Andreas Siekmann

Melanie Gilligan

«To the extent that transnational capital is no longer centered in a single metropol, as industrial capital in the 1840s was (...), there is no longer ‘a city’ at the center of the system, but rather a fluctuating web of connections between metropolitan regions and exploitable peripheries.» – Allan Sekula, Fish Story (1995)

Welche ethischen, sozialen und politischen Konsequenzen hat die fortschreitende Ökonomisierung sämtlicher Lebensbereiche für unser individuelles und kollektives Leben? Und inwieweit ist Subjektivität selbst zu einer ökonomischen Konstellation geworden?
Der gleichermassen für Unternehmen wie für Staaten geltende Imperativ der internationalen Wettbewerbsfähigkeit als Konsequenz des globalen Kapitalismus diktiert mittlerweile überall die Bedingungen von Arbeit und Produktion. Vor diesem Hintergrund widmet sich die Ausstellung dem Zusammenhang zwischen Kolonialismus, wirtschaftlicher Globalisierung und der Etablierung von Herrschaftsverhältnissen und weltweiter Ungleichheit. Dabei werden verschiedene Wechselbeziehungen verfolgt, die parallel zu den weltweiten Wertschöpfungskreisläufen die Zirkulation von Waren, Menschen, Lifestyles, Dienstleistungen und kulturellen Formen zwischen unterschiedlichen politischen Systemen, Geografien und Geschichten betreffen.

In der Ausstellung wird Ökonomie als ein System verstanden, das unsere Anschauung und Kommunikation der Wirklichkeit prägt und laufend eigene Bilder und Sprechformen generiert. Ein Anliegen des Projektes ist es, der diagrammatischen und modellhaften Perspektive, mit der die Wirtschaft auf die Welt schaut, andere Arten von Bildern entgegen halten. In ihnen werden die Prinzipien des Ökonomischen und sowohl das Konzept als auch die realen Bedingungen von „unbegrenztem“ Wachstum kritisch reflektiert.

Neben den eingeladenen Künstlerinnen und Künstlern wird die Ausstellung Werke aus der Sammlung des Kunstmuseum Basel einbeziehen: Joseph Beuys, Alighiero Boetti, Pieter Bruegel d.Ä., Emanuel Büchel, Walter Dahn, Albrecht Dürer, Editions Paul-Martial, Peter Fischli & David Weiss, Hieronymus II. Francken, Paul Gauguin, Hans Holbein d. Ä., Hans Holbein d. J., Rudolf Huber, Martin Kippenberger, Isaack Luttichuys, Maria Sibylla Merian, Alfred Heinrich Pellegrini, Frans Post, Bartholomäus Sarburgh, Simon Starling und Adam Willaerts. So zum Beispiel die „Brasilianische Landschaft“ von Frans Post, der als Maler den Generalgouverneur der Westindischen Gesellschaft Mitte des 17. Jhdt. in das nordöstliche Brasilien begleitete.



Die Ausstellung wird unterstützt durch:

  • Fonds für künstlerische Aktivitäten im Museum für Gegenwartskunst der Emanuel Hoffmann-Stiftung und der Christoph Merian Stiftung
  • Stiftung für das Kunstmuseum Basel

Veranstaltungen zur Ausstellung

Di17Dez

Rendez-vous am Mittag

Gegenwart
12:30–13:00

Circular Flow. Zur Ökonomie der Ungleichheit

Mit der Assistenzkuratorin Stefanie Thierstein