Kunstmuseum Basel - Museum für Gegenwartskunst

Kupferstichkabinett

Das Kupferstichkabinett im Kunstmuseum Basel ist die grösste öffentliche Sammlung von  Handzeichnungen, Aquarellen und Druckgraphik in der Schweiz (insgesamt ca. 300'000 Werke). Es gehört im internationalen Vergleich zu den bedeutendsten Sammlungen von Kunstwerken auf Papier.

Die Bestände an alter Kunst  gehen im wesentlichen auf die Sammlung des Basler Juristen Basilius Amerbach (1533-1591), die von der Stadt Basel im Jahr 1661 angekauft wurde, und auf die Sammlung des Remigius Faesch, die 1823 der Universität übergeben wurde, zurück.

Die Sammlung Amerbachs mit den grossen Konvoluten aus Werkstattzusammen-hängen oberrheinischer Künstler – von Holbein bis Hans Bock d.Ä. – prägt bis heute nicht nur den Charakter der Sammlung, sondern bestimmte auch die Ankaufs- und Sammlungspolitik bis in die jüngste Zeit, so auch noch die Erwerbung der umfangreichen Gruppe von Skizzenbuchblättern von Paul Cézanne.

Im 20. Jahrhundert verleihen die Werkgruppen von Joseph Beuys, Andy Warhol, Jasper Johns, Brice Marden, Bruce Nauman, Francesco Clemente, Georg Baselitz, A.R. Penck, Rosemarie Trockel, Martin Disler und anderen der Sammlung ihr einmaliges Gesicht. Zeichnungen stehen bei Erwerbungen jeweils im Vordergrund, auch dies unterscheidet das Kupferstichkabinett Basel von anderen Sammlungen.

Die Erwerbung von zeitgenössischer Kunst wird durch den Karl August Burckhardt-Koechlin Fonds wesentlich unterstützt, der seine Sammlung im Kupferstichkabinett Basel deponiert hat.

Die Bestände der Sammlung werden regelmässig in Wechselausstellungen, auch unter thematischen Gesichtspunkten, präsentiert und durch Ausstellungs- und Sammlungskataloge erschlossen. Daneben besteht die Möglichkeit, sich in einem Studienraum Originale vorlegen zu lassen.

Schwerpunkte in der Sammlung des Kupferstichkabinetts

Meister des 15./16. Jahrhunderts, Aquarelle und Handzeichnungen

Anonyme des 15. Jahrhunderts, Augsburger und Basler  „Goldschmiederisse“ des späten 15. und frühen 16. Jahrhunderts, Martin Schongauer, Hans Holbein d.Ä. (84 Einzelblätter und Skizzenbuch), Albrecht Dürer (7 Einzelblätter und zahlreiche auf Holzstöcke gezeichnete Illustrationen zu den Komödien des Terenz), Hans Baldung Grien (17), Hans Kulmbach, Urs Graf (ca. 125 Blätter: fast das ganze erhaltene zeichnerische Oeuvre), Niklaus Manuel Deutsch (ca. 75), Hans Leu, Hans Springinklee, Albrecht Altdorfer (4), Wolf Huber, Lucas Cranach d.Ä., Hans Holbein d.J. (ca. 150 Blätter: das weitaus grösste Ensemble auf der Welt), Ambrosius Holbein (5), Tobias Stimmer (ca. 30) und andere Schweizer Meister des späteren 16. Jahrhunderts wie Amman, Bock, Lindtmeyer, Wägmann, Ringler, Murer, Plepp.

Meister des 17. Jahrhunderts, Aquarelle und Handzeichnungen

Matthäus Merian d.Ä., Maria Sibylla Merian, Joseph Werner, Johann Heinrich Schönfeld, Joachim von Sandrart, Abraham Bloemaert, Hendrik Goudt u.a.

Meister des 18. Jahrhunderts, Aquarelle und Handzeichnungen

Anton Graff, Caspar Wolf, Salomon Gessner, Johann Heinrich Füssli, viele andere Schweizer, einige Deutsche, sehr wenige Italiener und Franzosen.

Meister des 19. Jahrhunderts, Aquarelle und Handzeichnungen

Schweizer: Zahlreiche Kleinmeister, besonders zu erwähnende Werkgruppen von Wolfgang Adam Toepffer, Hieronymus Hess, Arnold Böcklin, Frank Buchser (aus dem Nachlass über 10'000 Zeichnungen als Einzelblätter und in Skizzenbüchern), Ferdinand Hodler, Albert Welti.

Deutsche: Grössere Werkgruppen von Joseph Anton Koch, Johann Friedrich Overbeck, Adrian Ludwig Richter, Moritz von Schwind, Anselm Feuerbach, Hans von Marées.

Franzosen: Jean-Baptiste Camille Corot, Théodore Géricault, Eugène Delacroix, J. François Millet, Paul Cézanne (211 Zeichnungen aus mehreren Skizzenbüchern), Odilon Redon, Auguste Rodin.

20./21. Jahrhundert, Aquarelle und Handzeichnungen

Bedeutende Werke von Pablo Picasso (9), Georges Braque (11), Fernand Léger, Juan Gris, Marc Chagall, Amadeo Modigliani, Paul Klee (32), Jean Arp, Ernst Ludwig Kirchner, Wassily Kandinsky, August Macke, Franz Marc, Oskar Kokoschka, Oskar Schlemmer, Julius Bissier.
Schweizer: Ferdinand Hodler, René Auberjonois, Otto Meyer-Amden, Walter Kurt Wiemken, Alberto Giacometti, Robert Müller, Bernhard Luginbühl, Franz Eggenschwiler, Dieter Roth, Markus Raetz, Martin Disler, Anselm Stalder.
Deutsche: Joseph Beuys, Horst Antes, Georg Baselitz, A.R. Penck, Rosemarie Trockel.
Amerikaner: Jasper Johns, Frank Stella, Bruce Nauman, Brice Marden, Claes Oldenburg, Roni Horn, Robert Gober.
Italiener: Francesco Clemente, Mimmo Paladino.
Belgier: Jan Fabre, Michaël Borremans.
Russen: Pavel Pepperstein.

15. - 21. Jahrhundert, Druckgraphik

Von den frühesten deutschen Einblatt-Holzschnitten und Kupferstichen des 15. Jahrhunderts bis zu Pablo Picasso, Barnett Newman und zu jüngeren Künstlern; kostbare Sammlung von Büchern mit Originalgraphik von einem niederländischen Blockbuch des frühen 15. Jahrhunderts und Holbeins „Bildern des Todes“ über Merians und Goyas Buchwerke bis zu den Büchern von Picasso, Matisse, Dubuffet, Tàpies usw.