19.10.2014 - 01.02.2015

Caspar Wolf
und die ästhetische Eroberung der Natur

Kurator: Bodo Brinkmann

 

Caspar Wolf, Die Schlucht der Dala, talwärts gesehen, um 1774/77, Kunstmuseum Wallis, Sitten

Mit seinen radikalen Formulierungen alpiner Landschaft weit jenseits barocker Idylle ist der Schweizer Maler Caspar Wolf (1735–1783) einer der bedeutendsten Vorläufer der europäischen Romantik. Die Ausstellung zeigt rund 110 Werke von seiner Hand und von Künstlern, die ihn beeinflusst haben.

Im Auftrag des Berner Verlegers Abraham Wagner begleitete Wolf diesen ab 1773 auf ausgedehnten Wanderungen durch das Hochgebirge, auf denen sie fast oder sogar gänzlich unberührte Natur erlebten. Mit der bildlichen Auswertung der Exkursionen oblag Wolf die Aufgabe, das einmalige Naturerlebnis zu vermitteln. Seine Bildlösungen unterwerfen die vor Ort eingefangene unmittelbare Beobachtung auf geniale Weise einer ästhetischen Formatierung. Diesen Prozess möchte die Ausstellung näher beleuchten. Sie wird dazu die Alpenansichten nicht topographisch, sondern nach formalen und motivischen Kategorien sortieren: Barrikade-Bilder und Panoramen, Ansichtenpaare im Gegensinn, dynamische Kompositionen und statische.

Woher kommt es, dass der Künstler offenbar in so festen ästhetichen Kategorien denkt? Um diese Frage zu beantworten, unternimmt die Ausstellung einen kurzen Rückblick auf Wolfs Anfänge und auf den Wandel seiner Bildsprache, der aus einer intensiven Auseinandersetzung mit französischer Kunst in Paris in den Jahren 1770/71 resultiert.

Museum für Gegenwartskunst Kunstmuseum Basel