Ein zweiter Schwerpunkt in seinem fotografischen Oeuvre, der in der Ausstellung vertreten ist, bilden Künstlerporträts, die Burckhardt vor allem für die Kunstzeitschrift „Art News“ machte. Bereits 1935 hatte sich Burckhardt im Chelsea-Quartier mit seinem Nachbar Willem de Kooning angefreundet. Er fotografierte nicht nur diesen jungen, damals noch unbekannten Maler im Atelier, sondern später auch andere bedeutende Künstler wie Jackson Pollock, Joan Mitchell oder Alex Katz.
Das künstlerische Werk von Rudy Burckhardt (Fotografie, Film, Malerei, Collage und Text) war lange nur seinen Freunden und bei Künstlern und Intellektuellen New Yorks bekannt. Von diesen enorm geschätzt, blieb ihm die öffentliche Anerkennung Jahrzehnte lang versagt. Aus dem sogenannten „Insidertip“ ist längst ein anerkannter Künstler geworden, dessen Fotografien und Filme in wichtigen Sammlungen wie jener des Museum of Modern Art und des Metropolitan Museum in New York vertreten sind. Eine umfassende Retrospektive fand ein Jahr vor seinem Tod 1998 in Valencia statt.