16.08. – 30.11.2008
Grafikkabinette im Kunstmuseum

Caspar Wolf
Vues Remarquables des Montagnes
de la Suisse

Im Werk von Caspar Wolf (1735 Muri/AG – 1783 Heidelberg), einem der bedeutendsten Schweizer Künstler der Vorromantik, spielt das alpine Hochgebirge die tragende Rolle. Ausschlaggebend für die Entwicklung des Künstlers zum Pionier der Alpendarstellung war die Begegnung mit dem geologisch interessierten Berner Verleger Abraham Wagner, der Kontakte zu namhaften Naturforschern pflegte. Für sein ehrgeiziges Projekt, gleichsam eine bildliche Bestandsaufnahme der Schweizer Bergwelt zu erstellen, hatte er in Wolf einen kongenialen Partner gefunden. Um 1773/74 brachen Wagner und Wolf erstmals zu einer Expedition ins Hochgebirge auf, wo der Künstler Bergmassive, Höhlen, Gletscher, Wasserfälle und weitere Landschaftselemente skizzierte. An späteren Touren beteiligten sich auch Wissenschaftler, die Wolfs Blick für geologische Zusammenhänge schärften. So begnügte sich der Maler bei den Studienreisen in das unwegsame Terrain keineswegs mit der genauesten Wiedergabe seiner Motive, vielmehr durchdrang er die Naturschönheiten mit dem Blick des Forschers. Auf der Basis der vor Ort angefertigten Skizzen entstanden zahlreiche Gemälde. Letztere dienten als Vorlagen für mehrere, zum Teil aufwendig in Farbaquatintatechnik ausgeführte Stichfolgen. Drei dieser Mappenwerke durfte das Kupferstichkabinett 2007 als Geschenk von Regula Suter-Raeber und Ulrich Raeber entgegennehmen. Ergänzt durch Zeichnungen Wolfs aus den Beständen des Kupferstichkabinetts werden die Portfolios in den Grafikkabinetten im ersten Stock des Kunstmuseums präsentiert.

Museum für Gegenwartskunst Kunstmuseum Basel